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Das Projekt

Vernetzung zur Unterstützung von schwangeren, geflüchteten Frauen*

Das Fachdialognetz für schwangere, geflüchtete Frauen* ist ein Projekt des pro familia Landesverbands Sachsen. Es geht aus dem gleichnamigen bundesweiten Modellprojekt hervor, das der pro familia Bundesverband von 2016 bis 2019 durchgeführt hat. Das Fachdialognetz dient der professionellen Vernetzung von Fachkräften, Initiativen und Migrant*innenorganisationen. Das Projekt stärkt alle Frauen* in Sachsen hinsichtlich ihrer sexuellen und reproduktiven Rechte – vor allem im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt.

Oftmals halten Professionen aus dem gesundheitlichen und sozialarbeiterischen Bereich sowie ehrenamtlich Tätige verschiedene Angebote für schwangere, geflüchtete Frauen* vor. Ihre Vernetzung und Koordination untereinander sowie mit anderen Beteiligten hilft, einen Überblick über die Angebote zu behalten, vorhandene Kompetenzen zu bündeln – und so letzten Endes die sexuellen und reproduktiven Rechte der schwangeren, geflüchteten Frauen* zu stärken.

Gewalterfahrungen, Schwangerschaft und Geburt

Neben den bereits im Bundesprojekt erprobten Themenfeldern nimmt das Fachdialognetz in Sachsen ein weiteres Thema besonders in den Blick. In Sachsen gibt es bislang einzelne Akteur*innen im Gesundheits- und Beratungsbereich, die sich Themen wie Traumatisierung und Gewalterfahrung und deren Folgen in Bezug auf Schwangerschaft und Geburt widmen oder auch zu Traumatisierungen und Gewalterfahrungen unter der Geburt informieren und beraten. Diese Expertise soll deutlich ausgebaut und besser vernetzt sowie die Öffentlichkeit über diese Themen informiert und dafür sensibilisiert werden. Dazu wendet sich das Fachdialognetz in Sachsen gezielt an Fachkräfte, die über ihre Arbeit im Themenfeld Schwangerschaft und Geburt Frauen* begleiten, die körperliche Gewalt, sexualisierte Gewalt und/oder weibliche Genitalverstümmelung (FGM) erleben bzw. erlebt haben.

Fachdialognetze aufbauen

Der Landesverband pro familia Sachsen setzt sich mit dem Fachdialognetz dafür ein, qualifizierte Hilfe und Unterstützung für schwangere, geflüchtete Frauen* auszubauen. Die einzelnen Anlaufstellen im Gesundheits- und Sozialwesen sowie Beratungsangebote von Migrant*innenorganisationen sollen noch stärker miteinander vernetzt arbeiten können. Die Erfahrung aus dem Bundesmodellprojekt belegt: Eine zentrale Plattform erleichtert den verschiedenen Akteur*innen die gemeinsame Arbeit. Sie macht Angebote und Informationen sichtbar und leicht zugänglich. Diese für gelingende Kooperation wesentliche Funktion übernimmt nun das Fachdialognetz für Sachsen. Um regelmäßige Fachdialoge zu ermöglichen, werden ab 2023 – sofern die beantragte Förderung bewilligt wird – verschiedene Dialogveranstaltungen sowohl digital als auch in Präsenz stattfinden. So trägt das Fachdialognetz nicht nur dazu bei, Angebote für schwangere, geflüchtete Frauen* zu verbessern. Das Fachdialognetz sorgt auch dafür, dass die Akteur*innen besser zusammenarbeiten können, voneinander wissen – und Fachkräfte und betroffene Frauen* leichter Unterstützung finden.

Webplattform macht Wissen zugänglich

Neben dem Fachdialog im direkten Gespräch, an Runden Tischen und bei gemeinsamen Veranstaltungen spielt eine webbasierte Wissens- und Vernetzungsplattform eine zentrale Rolle für das Modellprojekt. Mittels Instrumenten wie Angebots- und Expert*innendatenbank, Dokumentensammlungen mit Fachtexten und Broschüren stellt das Fachdialognetz allen Beteiligten digitale Werkzeuge der Vernetzung zur Verfügung.

In den letzten beiden Jahren konnte bereits der Datenbestand für Leipzig aus dem Bundesprojekt mit Daten (aus vorhandenen Netzwerken und Akteur*innen) für Dresden und Chemnitz erweitert werden. Diese Erweiterung setzt das Fachdialognetz fort mit dem Ziel, einen aktuellen Datenbestand mit Akteur*innen aus Sachsen und für den Freistaat Sachsen vorzuhalten.

Öffentlichkeit sensibilisieren

Webpräsenz, Datenbank und Dialogveranstaltungen wirken nicht nur in die Fachöffentlichkeit. Die gesammelten Informationen, Kontakte und über die Website frei zugänglichen Dokumente stehen allen Interessierten zur Verfügung. Damit will das Fachdialognetz für Themen der sexuellen und reproduktiven Rechte sensibilisieren und trägt zur Gleichstellung in diesen Themenfeldern bei. Vor allem die hochproblematischen Themen der körperlichen und sexualisierten Gewalt, weibliche Genitalverstümmelung (FGM) sowie Gewalterfahrungen unter der Geburt können so stärker den Weg ins öffentliche Bewusstsein finden.

Ziele

Gemeinsam Angebote für geflüchtete, schwangere Frauen* verbessern

Erfahrungen aus der Beratungsarbeit von pro familia zeigen: Die gute Vernetzung und Kooperation von unterschiedlichen Fachkräften trägt wesentlich dazu bei, Angebote zur Stärkung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte effektiv und wirkungsvoll umzusetzen. Für die Behandlung und Beratung geflüchteter, schwangerer Frauen* müssen solche Netzwerke noch weiter auf- bzw. ausgebaut werden.

Qualifizierende Vernetzung dient der Inklusion und befähigt vorhandene Strukturen und Akteur*innen in Bezug auf veränderte Bedarfe und kann den Aufbau neuer, separater Strukturen vermeiden.

  • Handelnde vernetzen
  • Fachkompetenz weiterentwickeln
  • Wissen gewinnen

 

Handelnde vernetzen

Zwar gibt es bereits zahlreiche Initiativen und Unterstützungsprojekte für schwangere, geflüchtete Frauen*, auch zur gesundheitlichen Versorgung. Das Bundesmodellprojekt hat bereits viel dazu beigetragen, koordiniertes Vorgehen deutlich zu verbessern und vorhandene Strukturen zu befähigen. Umso wichtiger ist es, dass auch zukünftig bestehende Netzwerke sichtbar bleiben, neue Netzwerke entstehen und ebenfalls in die Sichtbarkeit kommen. Denn es bleibt dabei: In so komplexen Bereichen wie der psychosozialen Beratung und medizinischen Behandlung von schwangeren, geflüchteten Frauen* arbeiten ganz unterschiedliche Akteur*innen wie niedergelassene Ärzt*innen, Krankenhausmitarbeitende, Hebammen, Mitarbeitende in Beratungsstellen, bei Migrationsdiensten, in der Jugendhilfe und im öffentlichen Gesundheitsdienst zusammen. Nur wenn diese Menschen miteinander vernetzt arbeiten können, schwindet die Gefahr, dass der Zugang zu sexuellen und reproduktiven Rechten für betroffene Frauen* eingeschränkt und vorhandene Angebote nicht in Anspruch genommen werden.

Projektaufgaben:

Die Koordinator*innen des Fachdialognetzes für schwangere, geflüchtete Frauen*

  • erfassen bestehende Angebote für schwangere, geflüchtete Frauen*,
  • organisieren Runde Tische und Fachgespräche,
  • arbeiten mit den Trägern von Angeboten für schwangere, geflüchtete Frauen*, mit Migrant*innenorganisationen und Akteur*innen aus dem medizinischen Bereich zusammen.

 

Fachkompetenz weiterentwickeln

Durch die bereits bestehenden Initiativen und Angebote in der Flüchtlingshilfe verfügen die unterschiedlichen Akteur*innen auf der einen Seite bereits über Fachwissen, mit dem sie schwangere, geflüchtete Frauen* behandeln und beraten. Auf der anderen Seite steht dieses spezialisierte Wissen noch nicht allen Beteiligten gleichermaßen zur Verfügung. Fachspezifische Informationen für alle Handelnden zugänglich zu machen, dient der Inklusion und stellt ein wegweisendes Potenzial zur Bündelung der Kompetenzen dar.

 

Projektaufgaben

Die Koordinator*innen des Fachdialognetzes für schwangere, geflüchtete Frauen*

  • sammeln und erheben praxisrelevante Informationen für Fachkräfte,
  • sammeln und erheben Kontaktdaten von Akteur*innen im Themenfeld,
  • sammeln und erheben bestehende Angebote für Betroffene,
  • stellen Informationsmaterial über eine Webplattform zur Verfügung.

Gut zu wissen

Bereits im bundesweiten Modellprojekt wurden Wissens- und Handlungsressourcen gesammelt und entwickelt, die für eine gute Versorgung von schwangeren, geflüchteten Frauen* erforderlich sind. Entsprechende Materialien stehen auf der Homepage weiterhin zum Download zur Verfügung.

Weibliche Genitalverstümmelung

Weibliche Genitalverstümmelung (female genital mutilation, FGM) bezeichnet die teilweise oder vollständige Entfernung der äußeren weiblichen Genitalien oder andere Verletzungen der weiblichen Geschlechtsorgane ohne medizinische Gründe. FGM ist weltweit als Menschenrechtsverletzung anerkannt. Es handelt sich um eine Form geschlechterbasierter Gewalt. Diese wird in 30 Ländern Afrikas, im Nahen Osten sowie einigen Ländern Asiens und Lateinamerikas praktiziert, kommt aber auch in Migrant*innengemeinden auf der ganzen Welt vor.

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